SBF-See-Ausbildung
Bericht
Sportbootführerschein See, Ausbildung 2009
22. September 2009 – Endlich geht es wieder los. Harald Michel informiert bei Geers über den Ablauf der Ausbildung SBF-See. Ein großer Teil der Binnen-Truppe 2008/2009 fieberte der Fortsetzung schon entgegen und war kaum zu bremsen, die grauen Zellen mit Antworten auf knapp 400 Fragen zu füllen.
Am 29. Oktober 2009 ging die theoretische Ausbildung dann richtig los, aber von trockener Theorie keine Spur! Es ging um Windstärken und -richtungen, Ausweichen und Kurshalten, Lichter und Töne, Längen- und Breitengrade. Am Ende wussten wir, wie ein manövierbehindertes Fischereifahrzeug, das nicht trawlt von 200 und mehr Meter Länge mit und ohne Fahrt durchs Wasser oder vor Anker zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang und bei unsichtigem Wetter zu beleuchten ist. Dabei kam es zum Geständnis von Harald: „Wenn ich meine Banane beleuchte, kann ich auch im Dunkeln fahr’n“ So. So. (Zusammenhang: Wann darf ein Fahrzeug nachts und bei verminderter Sicht fahren?)
Zwischendurch perfektionierten wir unsere Macramé-Kenntnisse, was Guido zu folgender Bemerkung veranlasste: „Wenn hier einer am Slip zieht, dann bin ich das!“ (Zusammenhang: Webeleinstek auf Slip)
Auch Ulis Antwort auf die Frage, wer dem oben beschriebenen, fischenden Fahrzeug denn ausweichen müsse: „Na in erster Linie mal die Fische!“, zeigt, dass wir stets mit dem notwendigen Ernst bei der Sache waren.
Am 18. Dezember 2009 stand die praktische Prüfung an. Dorsten Kanalhafen, minus 5 °C, in Worten: ziemlich kalt. Das beheizte Boot von Kalle Degenhardt mutierte zum Luxusliner und eigentlich wollte jeder seine Prüfungsfahrt verlängern, statt wieder ans kalte Ufer zu müssen.

Dem Prüfer, Herrn Nordmann, machte die Kälte nichts aus. Nach seinen Worten, sei die Vorweihnachtszeit ohnehin seine Saison, „1 Cent pro Tanne!“

Er hatte Erbarmen mit den schon auf dem Leinpfad festgefrorenen Prüflingen, prüfte zügig und mit Augenmaß. Letzteres ließ bei manch einem Prüfling zu wünschen übrig, so dass ein Anlegemanöver den Prüfer zu den Worten hinriss: „Merken Sie sich eines: Bei Schulungsbooten sind die Fender immer doppelt so breit wie das Boot.“ während Kalle Degenhardt besorgt Ausguck nach dem Fender hielt. Okay, Eindampfen in den Fender war keine Prüfungsaufgabe. Egal, das zweite Anlegemanöver klappte auf den Punkt genau, auch diese Prüfung war bestanden.
Mitunter wurde der Prüfer aber auch verwöhnt mit perfekten Anlegemanövern und spannenden Fahrten parallel zur Spundwand im Abstand von einem Blatt Papier.
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Bei der Gelegenheit vielen Dank an Kalle und seine Crew für die gute Versorgung mit heißen Getränken für Leib und warmen Worten für die Seele.
Am 18. Dezember 2009, dem Tag der praktischen Prüfung, noch völlig durchgefroren, sehnten wir uns nach Wärme und menschlicher Nähe. Die bekamen wir dann am 19. Dezember 2009 zur Theorieprüfung in Münster, Mehrzweckhalle Gelmer, draußen inzwischen minus 17 °C, in Worten: wie gut, dass die praktische Prüfung schon gestern war, drinnen 132 Prüflinge und die ersehnte menschliche Nähe zum Tischnachbarn und zu der ein oder anderen Tischnachbarin.
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Obwohl wir kurz vor der Prüfung noch felsenfest davon überzeugt waren, dass Beaufort der Bruder von Beaujolais ist, ging in der Theorie dann wider Erwarten alles gut. Schließlich haben wir auch gelernt, dass man in Notfällen von den gesetzlichen Vorgaben abweichen darf und so probieten wir – trotz fehlenden Zeugnisses – ob der Funkverkehr gut funktioniert. Er funktionierte soweit der Empfang reichte!
An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an Harald, der uns lotsengleich auch abseits des Fahrwassers geleitete, alle organisatorischen und witterungsmäßigen Hindernisse umschiffte und mit Kaffee, Tee und Cappuccino immer für Entspannung sorgte und uns schließlich sicher im Hafen der SBF-Seeler anlegen ließ. Wir freuen uns auf den SKS und träumen von wärmerem Wetter. Ende März 2010 auf der Nordsee wird es wohl ein Traum bleiben.
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Susanne, Frank, Berthold, Wolfgang, Ulrich, Guido, Markus, Michael, Berthold und Lukas sowie Klaus (nicht auf dem Foto) sagen:
Merci Beaucoup, oder Beaufort oder doch Beaujolais …
Autor: Susanne Elsner Jahr: 2009